Staatsanwaltschaft ermittelt gegen privaten Betreiber des „Atlantis” in Neu Ulm

Das "Atlantis Erlebnisbad" an der Donau in Neu-Ulm steht seit 2004 im Mittelpunkt einer juristischen Auseinandersetzung um die Betreibergesellschaft "Atlantis Freizeitpark GmbH". Deren damaligem Geschäftsführer, Wolfgang Stichler, wurde vorgeworfen, die vereinbarten Rückstellungsbeträge in Höhe von jährlich rund 255.000 Euro teilweise in seine beiden inzwischen insolventen Bäder in Dorsten und Obertshausen umgeleitet zu haben. Eigentlich sollte das 1998 eröffnete Neu-Ulmer Bad 30 Jahre lang Stichler gehören und danach an die Städte Ulm und Neu-Ulm übergehen, die zur Zeit einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 942.000 € an die Betreibergesellschaft zahlen.

Endgültig zum Politikum wurde der Vorgang, nachdem sich die Klagen über bauliche Mängel im "Atlantis" häuften. "Das Donaubad ist in einem katastrophalen Zustand" schrieb die Ratsfraktion der Grünen im Dezember 2005 an den Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner. Stichler selbst sah da die ganze Angelegenheit noch zuversichtlich. Das Bad sei in einem "Top-Zustand".

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Ulm gegen Stichler, der die Geschäftsführung der "Atlantis Freizeitpark GmbH" inzwischen abgegeben hat.

Vorermittlungen bestätigen die Vorwürfe der Städte

Die Stuttgarter Zeitung schreibt dazu am 18. 1. 2006:

„Gegen den Ulmer Bäderinvestor Wolfgang Stichler hat die Staatsanwaltschaft Ulm ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Gründer des Atlantisbades steht im Verdacht der Untreue, des Kapitalerhöhungsschwindels und der Insolvenzverschleppung.

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Das Ergebnis der bisherigen Vorermittlungen der Ulmer Staatsanwaltschaft deckt sich nun zu großen Teilen mit den juristischen Vorwürfen der Städte. Der Verdacht liege nahe, so heißt es, Stichler habe auch nie das vertraglich geforderte Stammkapital von einer Million Euro in die Atlantis Freizeitpark GmbH eingezahlt. Die Ulmer Behörde hat die komplette Ermittlungsakte an die Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart weitergeleitet. Spezialisten bearbeiten dort jährlich bis zu 1000 verdächtige Insolvenzverfahren aus dem ganzen Land. Ein schnelles Ergebnis ist aber nicht in Sicht. Die durchschnittliche Verfahrensdauer liegt bei mehr als 200 Tagen.”