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Brom als Desinfektionsmittel: Entwurf der DIN 19643 Teil 5 erschienen

Die Normenreihe DIN 19643 ist in Deutschland das maßgebende Regelwerk für die Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser und wird auch bei Streitigkeiten häufig von Gerichtsgutachtern (in Ermanglung einer entsprechenden Bundes-Verordnung) herangezogen. Sie genießt auch im Ausland, aufgrund der mit den beschriebenen Verfahren erzielbaren hohen Wasserqualität bei minimalem Chemikalieneinsatz, hohes Ansehen.

Im Januar ist nun nach fünfjähriger Bearbeitungszeit durch den Normenausschuss Wasserwesen des DIN ein neuer Entwurf des Teils 5 der DIN 19643 mit dem Titel „Verfahrenskombinationen mit Nutzung von Brom als Desinfektionsmittel, erzeugt durch Ozonung bromidreichen Wassers“ veröffentlicht worden. Inhaltlich werden zunächst die Grundlagen der möglichen Verfahrenskombinationen aufgeführt und anschließend die einzelnen Verfahrensstufen detailliert erläutert.

Abschließend werden die Anforderungen für die Betriebskontrolle der Wasserbeschaffenheit benannt, der Belastbarkeitsfaktor definiert, vereinfachte Verfahrensbilder zeichnerisch dargestellt und die Reinheitskriterien für Natriumbromid benannt. Der Normungsentwurf gilt auch für Therapiebecken.

Der Hauptunterschied zu den bereits vorliegenden vier Normenteilen DIN19643 Teil 1 bis 4 ist, dass hier das Chlor als Desinfektions- und Oxidationsmittel durch Brom aus bromidreichem Wasser (Meerwasser, Sole oder künstlich mit Bromid angereichertes Süßwasser) ersetzt wird. Die erhöhten Bromidgehalte im Beckenwasser gelten als unbedenklich. Dies gilt auch bei häufigem Schwimmbadbesuch und einer üblichen oralen Aufnahme von 100 ml Beckenwasser sowie unter Berücksichtigung der weiteren Aufnahmen durch Trinkwasser und durch Lebensmittel.

Von Vorteil ist u. a., dass die bekannten Messverfahren (Handmessung nach DPD-Verfahren oder automatische Messzellenverfahren) unmittelbar auch für die Bestimmung des Broms als Chloräquivalent geeignet sind. Hierbei entspricht die Bromkonzentration der Chlorkonzentration multipliziert mit dem Faktor 2,25 (in mg/l).

Die Gliederung der E DIN 19643-5:2020-02 orientiert sich sehr an der Struktur der DIN 19643-1:2012-11, der Leser wird sich in der neuen Norm daher schnell zurechtfinden.

Einsprüche zum Entwurf der DIN 19643-5 können bis zum 24. Mai – vorzugsweise online unter www.din.de/go/entwuerfe – eingereicht werden.

Mehr zum Thema Brom finden Sie übrigens auch in der kommende Ausgabe von AB Archiv des Badewesens mit Schwerpunkt Wasseraufbereitung, die demnächst erscheint.

Stefan Mersmann, Obmann des Arbeitskreises Wasseraufbereitung der DGfdB

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