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Chlorit und Chlorat

Im Wasseraufbereitungs-Heft (März-Ausgabe von AB Archiv des Badewesens) finden  Sie u. a. einen Fachartikel über den neuen Summenparameter Chlorit und Chlorat der DIN 19 643 zur Überwachung von Schwimmbeckenwasser. Lesen Sie hier den Anlauftext dieses Artikels von Dr. Dirk P. Dygutsch und Dr. Meike Kramer.

Schon lange ist bekannt, dass Chlorate entstehen, wenn die zur Wasserdesinfektion verwendeten Hypochlorite zerfallen. Das geschieht besonders dann, wenn Natriumhypochlorit-Lösung („Chlor bleichlauge“) unter ungünstigen Bedingungen gelagert wird. Weil Chlorat bei der Kreislaufaufbereitung nicht entfernt, sondern nur durch Frischwasserzugabe verdünnt werden kann, kommt es zudem mit der Zeit zu einer Anreicherung im Beckenwasser.

Seit in ersten stichprobenartigen Messungen beim Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg Ende der 1990er Jahre bis zu 140 mg/l Chlorat im Beckenwasser nachgewiesen wurde,1) 2) steht die Frage im Raum, ab welchen Konzentrationen des auch als Herbizid eingesetzten Salzes nun eigentlich eine Gesundheitsgefährdung für den Badegast besteht. Dieser Fragestellung hat sich das Fachgremium zur Überarbeitung der DIN 19 643 gemeinsam mit Experten des Umweltbundesamtes (UBA) und der Schwimm- und Badebeckenwasserkommission gewidmet. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Begrenzung für das toxische Desinfektionsnebenprodukt Chlorit an gestrebt, das prinzipiell über mit Chlordioxid desinfiziertes Füllwasser eingetragen werden kann. Da sich Chlorit im Beckenwasser schnell zu Chlorat abbaut und einen toxikologisch vergleichbaren Wirkmechanismus aufweist, war es aus regulatorischer Sicht angestrebt, die Summe beider Verbindungen gemeinsam zu bewerten.

Der folgende Artikel zeigt, nach welchen Vorgaben ein toxikologisch begründeter Höchstwert ermittelt wird, und welche Variablen bei entsprechender Begründung zu einer wissenschaftlich abgesicherten Verschiebung eines solchen Wertes führen können. Auf diese Weise war es möglich, den zunächst vom UBA vorgeschlagenen Wert von 10 mg/l für die Summe an Chlorit und Chlorat im Beckenwasser im Rahmen eines Einspruchs der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB), Essen, nachträglich auf 30 mg/l heraufzusetzen. Mit der Aufnahme eines oberen Wertes für Chlorit und Chlorat in die Neufassung der DIN 19 643 stehen die Betreiber von Schwimmbädern vor neuen Herausforderungen. Etablierte und bewährte Desinfektionsverfahren müssen unter Umständen angepasst, Ansätze zur Füllwassereinsparung müssen ggf. neu überdacht werden.

Den vollständigen Artikel können unsere Mitglieder und Abonnenten online in unserer Artikeldatenbank einsehen und downloaden.

 

 

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