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ISO-Sitzung: Risikobeurteilung mitten in der Nacht

Michael Weilandt gibt einen ersten Einblick in die Gremienarbeit bei der International Organization for Standardization (ISO), die vom 4. bis 6. Mai stattgefunden hat – per Zoom, allerdings zu äußerst gewöhnungsbedürftigen Zeiten.

Zoom-Call der ISO/TC 83/WG 6

Sitzungszeit: AM nicht PM!

Die Corona-Situation hat die Arbeit von ehrenamtlichen Gremien stark verändert, inzwischen hat man sich an die Videositzungen gewöhnt. Aber bei allen Chancen, die dieses Kommunikationsformat bietet, macht sich auch Unzufriedenheit breit, alle lechzen nach dem persönlichen Zusammentreffen. In unseren Breiten ist die zeitliche Koordination von virtuellen Meetings kein Problem, aber wie sieht es bei der International Organization for Standardization (ISO) aus? Da müssen Expertinnen und Experten aus allen Zeitzonen dieser Welt zusammengebracht werden, und es gilt die Regel, dass bei einer dreitägigen Sitzung zumindest ein Tag in der normalen Arbeitszeit des jeweiligen Mitgliedes stattfinden soll. Für die Sitzung der ISO/TC 83/WG 6 „Hazard Identification and Risk Assessment“ vom 4. bis zum 6. Mai war die Sitzungszeit für die Mitteleuropäer an einem Sitzungstag deshalb von 2:00 bis 6:00 Uhr in der Nacht.

Internationale Norm zur Risikobewertung in Arbeit

Aber der Aufwand lohnt sich, wird hier doch ein interessantes Thema behandelt: die Risikobeurteilung. Dieses Instrument wurde in Deutschland erstmals 2003 mit der DIN EN 15288 „Schwimmbäder für öffentliche Nutzung“ eingeführt und es gibt bereits einige Erfahrungen in der Durchführung. Insofern wurden die europäischen Experten hellhörig, als bekannt wurde, dass auf internationaler Ebene eine eigene Norm zur Risikobeurteilung erarbeitet wird. Nach dem sog. „Vienna Agreement“ können ISO Normen zu CEN-Normen und damit auch zu deutschen Normen werden. Insofern liegt es im Interesse aller europäischen und deutschen Experten sich im internationalen Normungsprozess zur ISO/CD 4980 „Risk assessment for sports and other recreational facilities and Equipment“ zu engagieren, um eventuellen Widersprüchen zwischen der europäischen und der internationalen Normung entgegenzuwirken.

Spiegelausschuss in Deutschland

Europäische und internationale Normungsgremien werden in der Regel durch deutsche Normausschüsse, die sog. Spiegelausschüsse begleitet. In Deutschland wird die ISO/TC 83/WG 6 durch den NA 112-08-05 AA „Gefahrenerkennung und Risikobeurteilung“ gespiegelt. Von diesem Ausschuss wurde als einer der deutschen Delegierten für die internationale Arbeitsgruppe unser stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Forschung und Regelwerk, Michael Weilandt entsandt. Einen ausführlichen Bericht über diese Sitzung bringen wir in der Juni-Ausgabe von AB Archiv des Badewesens.

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