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Ist die neue DGfdB R 94.05 ein Generalangriff auf die Wasseraufsicht?

Das zumindest behauptet die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di auf ihrer Website; es wird auch von einem „Generalangriff auf Fachkräfte in Bädern“ gesprochen. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB) sieht sich deshalb zu folgender Stellungnahme veranlasst:


Die Veröffentlichung des Blaudrucks der Richtlinie DGfdB R 94.05 „Verkehrssicherungs- und Aufsichtspflichten in öffentlichen Bädern“ schlägt in Teilen des Berufsstandes hohe Wellen. Die DGfdB zerstöre, so der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister e. V. (BDS), das Berufsbild der Fachkräfte, indem nun Hilfskräfte statt der Fachkräfte allein in einem Bad bleiben könnten. Festgemacht wir dies an zwei Funktionsbezeichnungen, die in den Entwurf der Richtlinie aufgenommen wurden. Anstatt einer mehrdeutigen Bezeichnung der bislang in den Bädern eingesetzten Rettungsschwimmer gibt es nun den Vorschlag, diese als Wasseraufsichtsassistenten und/oder Badebetriebsassistenten – je nach ihren Einsatzgebieten im Bad – zu benennen.

Die Diskussion erstaunt, weil die Möglichkeit, eine Hilfskraft unter besonderen Bedingungen in einem öffentlichen Bad allein zu lassen, bereits 2003 eingeführt wurde. Sie hat sich seitdem in der Praxis bewährt und dem Berufsstand sicher nicht geschadet. Die Befürchtung, dass durch die neuen Bezeichnungen durch die Hintertür neue Berufsgruppen eingeführt werden, ist deshalb absurd und völlig unbegründet. Es gibt auch keine Veranlassung für Betreiber, Hilfskräfte statt Fachkräfte einzustellen, denn im TVöD gibt es bereits die Eingruppierungsmerkmale „Beschäftigte in der Wasseraufsicht“ und „Beschäftigte in der Tätigkeit von Fachangestellten für Bäderbetriebe“, auf die die neuen Bezeichnungen der „Assistenten“ perfekt passen würden.

Sogar mehr Verantwortung für Fachangestellte
Es hat hier lediglich eine Namensänderung gegeben, der Charakter der Hilfskraft ist unverändert geblieben. Der Entwurf der Richtlinie ist in Bezug auf die Fachkräfte für die in den Fassungen von 2003 und 2015 beschriebenen Aufgaben nicht verändert worden. Die Position der Fachkräfte soll sogar dahingehend gestärkt werden, dass genau diese für die neu geschaffenen Einweisungen verantwortlich sind und die kombinierte Rettungsübung künftig nicht nur durch Lehrscheininhaber und Meister, sondern es sollen sie auch Fachangestellte für Bäderbetriebe abnehmen können.

Der Vorwurf, wie von ver.di zugespitzt formuliert, die DGfdB plane einen „Generalangriff auf die Fachkräfte in Bädern“ geht also völlig ins Leere, das Gegenteil ist der Fall! Durch die Einführung der „Leitung und Aufsicht“ der Fachkraft im Jahr 2003 war diesen bereits eine Führungsverantwortung zuerkannt wurden, die sich auch im TVöD niederschlägt. Mit der Übertragung der Verantwortung für die Einweisung der Hilfskräfte soll die Position der Fachkräfte im Tagesgeschäft noch einmal gestärkt werden.

Ist die neue DGfdB R 94.05 nun ein „Generalangriff auf die Wasseraufsicht“? Ganz sicher nicht! Die Anforderungen an die Wasseraufsicht in Bezug auf ihre Organisation und Durchführung – vor kurzem gerade vom Bundesgerichtshof bestätigt – haben sich gegenüber den Vorgängerfassungen nicht verändert, die Anforderungen an das Personal sind lediglich konkretisiert worden.

Einsprüche und Kommentare können bis zum 8. März 2019 bei der DGfdB eingereicht werden. Weitere Informationen zum Vorgang und die entsprechenden Einspruchs-Formblätter finden Sie hier.

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