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Stellungnahme zur Sicherheit in Freibädern

Die AG „Freibadsicherheit“, Foto: DGfdB

Aufgrund der jüngsten Gewaltvorfälle in Freibädern und der zunehmenden Respektlosigkeit gegenüber dem Badpersonal hat Berthold Schmitt, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB), eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich am Donnerstag, den 11. Juli zu einer ersten Sitzung in den Räumen der WasserWelten Bochum GmbH zusammenfand.

Nachdem die erschienenen Betreiber- und Arbeitnehmervertreter von den Vorfällen in ihren Bädern berichteten, fand ein reger Austausch statt und man stellte Überlegungen zu möglichen Maßnahmen an, die in erster Linie eine Hilfestellung für die Betreiber sein sollen. Ein Ergebnis daraus ist die unten stehende Stellungnahme der DGfdB, die Sie für Ihre weitere Verwendung auch als PDF herunterladen können.

Man war sich einig, dass diese erste Zusammenkunft der AG „Freibadsicherheit“ sicher nicht die letzte war. Nach der Freibadsaison will man sich erneut treffen, um aus den gesammelten Erfahrungen konkretere Konsequenzen abzuleiten, die mitunter auch Einfluss auf z. B. die KOK-Richtlinien haben können.

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. zur Sicherheit in Freibädern

In den vergangenen Wochen sind in deutschen Freibädern Fälle von Respektlosigkeit und Gewalt vorgefallen, die zurzeit bei Badbetreibern und Politikern für umfangreiche Diskussionen sorgen. Dabei geht es nicht allein um die Sicherheit der Badegäste, es ist auch schon zu schlimmen Übergriffen auf das Bäderpersonal gekommen. Dabei sind Fragen aufgetaucht, die nachfolgend von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. beantwortet werden.

Gibt es eine gesetzliche Anforderung, eine höchstzulässige Besucherzahl eines Bades festzulegen?
Nein, die gibt es nicht. Die in diesem Zusammenhang manchmal erwähnte Versammlungsstättenverordnung gilt für Schwimmbäder nur, wenn diese über 200 Zuschauerplätze verfügen. Die Besucher eines Bades gelten ausdrücklich nicht als Zuschauer, was durch eine grundsätzlich andere Nutzungscharakteristik eines Bades im Vergleich z. B. zu einem Open-Air-Konzert oder einer Veranstaltungshalle begründet wird. Mit dieser Regelung gibt es eine jahrzehntelange gute Erfahrung, Freibäder sind traditionell sichere Orte.

Ist die Forderung nach der Festlegung der höchstzulässigen Besucherzahl praktisch sinnvoll?
Nein, es kann für Freibäder kein Richtwert „Badegast je Quadratmeter Liegefläche“ definiert werden. Die Entscheidung darüber, wie viele Besucher in ein Freibad „passen“, ist auch noch von anderen Faktoren als der Wasserfläche und der Größe der Liegefläche abhängig. Es geht hier auch um Beckenarten, Verteilung der Becken, Topographie des Geländes, Bewuchs, Überblickbarkeit und natürlich auch die Charakteristik der Besuchergruppen. Die Entscheidung auf der Grundlage dieser speziellen lokalen und aktuellen Situation wird durch die Entscheidungsträger des Badbetreibers und vor allem durch das qualifizierte Personal vor Ort getroffen. Aus diesen Gründen hat die Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. die Festlegung einer maximalen Besucherzahl bisher noch nie empfohlen und auch nicht in eines ihrer Regelwerke aufgenommen.

Hat Randale im Freibad etwas mit der Besucherzahl zu tun?
Nein, es gibt keine Hinweise darauf, dass ein bestimmter Auslastungsgrad eines Freibades einen ursächlichen Zusammenhang mit der Gewaltbereitschaft einzelner Besuchergruppen hätte.

Wie kommt es dann zu den plötzlichen Gewaltexzessen in Freibädern?
Verwunderlich ist nicht, dass diese Gewalt aktuell in deutschen Freibädern angekommen ist, es ist vielmehr bemerkenswert, dass sie erst jetzt in den deutschen Freibädern angekommen ist.

Bisher haben Badbetreiber, insbesondere in den Ballungszentren, die auftretenden Probleme allein in den Griff bekommen. Durch kluge Deeskalationsstrategien, geschickte Kommunikation mit Problemgruppen und vor allem durch gut ausgebildetes und fortgebildetes Personal, aber auch durch hartes Durchgreifen, den Einsatz von Sicherheitsdiensten sowie eine gute Kooperation mit der Polizei waren Freibäder bisher ein Rückzugsort für ein gesichertes Freizeitvergnügen. Dieses Personal, das im Freibad Tag für Tag für einen sicheren Badebetrieb sorgt, ist aber für polizeiliche Aufgaben nicht vorgesehen und auch nicht ausgebildet.

Die in den vergangenen Wochen verstärkt aufgetretenen Probleme haben nicht primär mit dem Freibad zu tun, sie kommen aus dem gesellschaftlichen Umfeld. Damit Freibäder auch künftig eine sichere Freizeitgestaltung anbieten können, brauchen sie jetzt vielmehr die verstärkte Unterstützung aus der Kommunalpolitik, von Institutionen und von der Polizei.

Download der Stellungnahme als PDF


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