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Wie ist der Bäderbestand in Deutschland?

Einen nahezu vollständigen Überblick über den aktuellen Stand an Hallen- und Freibädern mit konventioneller und biologischer Wasseraufbereitung sowie von Naturbädern bietet der Bäderatlas Deutschland der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V.

Derzeit (Stand Februar 2019) sind auf www.baederatlas.com  4919 Schwimmbäder (davon 2233 Hallenbäder und 2686 Freibäder) sowie 502 Naturbäder (öffentliche Badeanstalten an Naturgewässern) verzeichnet. Die im Bäderatlas aufgeführten 376 Kombibäder werden mit ihrem Hallenbad- und  Freibadanteil jeweils den Hallen- und den Freibädern zugeschlagen. Hinzu kommen geschätzte, aber nicht aufgenommene 1000 schuleigene Hallenbäder (Lehrschwimmbecken). Insgesamt gibt es nach Schätzungen deshalb zurzeit rund 6400 öffentliche Badeangebote.


Wie hat sich der Bäderbestand in Deutschland seit 2000 entwickelt?

Die Sportstättenstatistik der Sportministerkonferenz (Sportstättenstatistik der Länder in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sportbund und dem deutschen Städtetag, veröffentlicht im Jahr 2003, Stichtag 1.7.2000) weist insgesamt 7784 öffentliche Bäder in Deutschland aus.
Unterschieden wurde seinerzeit in:

  • 3478 Hallenbäder
  • 3239 Freibäder
  • 1068 Naturbäder

Bei den Hallenbädern wurden im Jahr 2000 auch die Schulschwimmbäder erfasst, Kombibäder wurden doppelt gezählt. Die Zahlen des Bäderatlas und der Statistik der Sportministerkonferenz sind grundsätzlich vergleichbar.

Eine Gegenüberstellung ergibt folgende Abweichungen:

20002019Veränderung
Hallenbäder3478ca. 3233minus ca. 245
Freibäder32382686minus 552
Naturbäder1068502minus 566
Bäder gesamt7784ca. 6421minus ca. 1363

Aus diesen Zahlen kann man ableiten, dass im Laufe der letzten 19 Jahre pro Jahr im Durchschnitt über 72 Bäder weggefallen sind. Nach den einzelnen Badtypen ergeben sich folgende Durchschnittswerte:

  • ca. 13 Hallenbäder
  • ca. 29 Freibäder
  • ca. 30 Naturbäder

Bei der Bewertung der genannten Zahlen sollten folgende Aspekte beachtet werden:

  • Die überwiegende Mehrheit der weggefallenen Standorte sind nicht gedeckte Wasserflächen.
  • Inwieweit unter der Kategorie Naturbäder im Jahr 2000 auch Badestellen mitgezählt wurden, die im Bäderatlas der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen nicht berücksichtigt werden, ist heute nicht mehr nachvollziehbar, da im Jahr 2000 noch keine exakte Differenzierung zwischen Naturbädern und Badestellen vorgenommen wurde.
  • Die Zahl der Badegelegenheiten an Naturgewässern entsprechend EU Badegewässerrichtlinie ist höher als die im Bäderatlas erfassten Naturbäder.
  • Der Wegfall von Bäderstandorten ist nicht gleichbedeutend mit dem Wegfall von Wasserfläche. Neu gebaute Bäder haben im Allgemeinen eine größere Wasserfläche als geschlossene Bäder.
  • Durchschnittszahlen sagen nichts über einzelne Kommunen und unterschiedliche Besiedelungsstrukturen aus. Ländliche Gebiete sind von Bäderschließungen, insbesondere bei Freibädern, tendenziell eher betroffen als Ballungsgebiete. Entscheidend sind auch die finanziellen Verhältnisse. Schließlich spielt die Bäderpolitik der Kommunen eine Rolle. In Ballungsgebieten mit professioneller und nachhaltiger Bäderpolitik sowie modernem Bädermanagement ist die Versorgungssituation im Allgemeinen gut. Beispiel Hamburg: Dort nimmt die gedeckte Wasserfläche seit vielen Jahren kontinuierlich zu, die Kapazitäten für den Schwimmunterricht der Schulen sind gegeben, die Schwimmfähigkeit – gerade die der nachwachsenden Generation – entwickelt sich positiv.

Sanierungsbedarf und Schließungspläne?

Im Sommer 2018 hat die Bergische Universität Wuppertal im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB) eine Umfrage zum „Zustand der Bäderinfrastruktur“ durchgeführt. Einen ersten Eindruck bekommen Sie im News-Beitrag „Bädersterben nicht erkennbar“. Ausführliche Informationen enthält der Artikel „Situation und Perspektiven der Bäderinfrastruktur in Deutschland“ von Oliver Wulf (AB 02/2019, Seite 108 ff.).

Die Ergebnisse ähneln im Großen und Ganzen einer vergleichbaren Umfrage zum Thema „Sanierung und Bäderschließungen“, die bereits im Herbst 2016 durchgeführt wurde (siehe AB 12/2016, Seite 728 ff.) und bei der ein sogenannter Sanierungsstau in Höhe von 4,5 Mrd. € ermittelt wurde.

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