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Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Hier klicken zum erweiterten FAQ-Bereich, der unseren Mitgliedern exklusiv  Antworten zu häufig gestellten bäderfachlichen Fragen gibt.

Für Nicht-Nichtmitglieder stellen wir einen kostenlosen Auszug zur Verfügung: 

Die Antworten beschreiben die wichtigsten Aspekte dieser Fragen, können aber keinen vollständigen Überblick geben. Die Antworten sind keine Rechtsauskünfte. Bei Bedarf wird auf Richtlinien und Arbeitsunterlagen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB) und andere Regelwerke verwiesen. Die Richtlinien und Arbeitsunterlagen der DGfdB erhalten Mitglieder kostenlos zum Download im Mitgliederbereich auf der Internetseite www.baederportal.com, Nichtmitglieder können sie im Shop käuflich erwerben. Die DIN-Normen erhalten Sie auf der Internetseite www.beuth.de.


Wie ist der Bäderbestand in Deutschland?

Einen nahezu vollständigen Überblick über den aktuellen Stand an Hallen- und Freibädern mit konventioneller und biologischer Wasseraufbereitung sowie von Naturbädern und Badestellen bietet der Bäderatlas Deutschland der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V.

Derzeit (Stand Oktober 2019) sind auf www.baederatlas.com 5156 Schwimmbäder (davon 2453 Hallenbäder und 2703 Freibäder) verzeichnet. 37 davon befinden sich derzeit im Umbau. Die im Bäderatlas aufgeführten 381 Kombibäder werden mit ihrem Hallenbad- und  Freibadanteil jeweils den Hallen- und den Freibädern zugeschlagen. Hinzu kommen geschätzte, aber bislang noch nicht vollständig aufgenommene 1000 Schul- und Lehrschwimmbäder (derzeit erfasst: 207). Insgesamt gibt es nach Schätzungen deshalb zurzeit rund 6000 öffentliche Hallen- und Freibäder in Deutschland. Darüber hinaus sind 507 Naturbäder (öffentliche Badanstalten an Naturgewässern) und 2508 Badestellen dokumentiert.


Wie hat sich der Bäderbestand in Deutschland seit 2000 entwickelt?

Die Sportstättenstatistik der Länder in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sportbund (Vorläuferorganisation des heutigen DOSB) und dem Deutschen Städtetag, veröffentlicht im Jahr 2003, weist insgesamt 7784 öffentliche Bäder in Deutschland aus.

Gezählt wurden im Jahr 2000 im Einzelnen:

  • 3478 Hallenbäder
  • 3239 Freibäder
  • 1068 Naturbäder

Bei den Hallenbädern wurden im Jahr 2000 auch die Schul- und Lehrschwimmbäder erfasst. Kombibäder, also Anlagen mit einem Hallenbad und einem Freibad an einem Standort, wurden doppelt, also sowohl als ein Freibad als auch als ein Hallenbad gezählt.

Die Zahlen des Bäderatlas der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. (www.baederatlas.com) und der Statistik der Sportministerkonferenz sind somit grundsätzlich vergleichbar.

Zu berücksichtigen ist allerdings bei allen Rechnungen, dass im Bäderatlas der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. die Schul- und Lehrschwimmbecken derzeit noch nicht vollständig erfasst sind. Momentan sind bisher lediglich 207 Schul- und Lehrschwimmbäder im Bäderatlas dokumentiert, 181 davon in NRW. Die Vervollständigung erfolgt kontinuierlich, für NRW ist der Bestand aus unserer Sicht nahezu vollständig erfasst, für die übrigen Bundesländer fehlen die Schul- und Lehrschwimmbäder bis auf wenige Ausnahmen.

Bis auf Weiteres werden deshalb für Aussagen zur Entwicklung des Hallenbadbestandes in Deutschland seit dem Jahr 2000 die Zahlen des Bäderatlas um die zum jeweiligen Stichtag erfassten Schul- und Lehrschwimmbäder vermindert und gleichzeit um 1000 für das gesamte Bundesgebiet geschätzte Schul- und Lehrschwimmbäder erhöht.

Dies vorausgesetzt ergeben sich folgende Veränderungen des Bäderbestandes:

20002019Veränderung
Hallenbäder34783246minus 232
Freibäder32382703minus 535
gesamt67165949minus 767

Aus diesen Zahlen kann man ableiten, dass im Laufe der letzten 19 Jahre pro Jahr im Durchschnitt ca. 40 Frei- und Hallenbadangebote weggefallen sind.

Nach den einzelnen Badtypen ergeben sich folgende Durchschnittswerte:

  • ca. 12 Hallenbadangebote
  • ca. 28 Freibadangebote

Zur Entwicklung der Badegelegenheiten an natürlichen Gewässern ist eine konkrete statistische, zahlenmässige Aussage aus unserer Sicht sinnvoll nicht möglich, da im Jahr 2000 noch keine Differenzierung zwischen Naturbädern und Badestellen vorgenommen wurde. Die Möglichkeiten zum Baden und Schwimmen in nach EU-Badegewässerrichtlinie überwachten Badegewässern haben zugenommen. Dies sollte aus unserer Sicht allerdings nicht in eine Bewertung der Entwicklung des Angebotes von öffentlichen Bädern in Deutschland in den letzten Jahrzehnten einbezogen werden.

Bei der Bewertung der Zahlen zu den Hallenbädern und Freibädern sollten vielmehr folgende Aspekte beachtet werden:

  • Die Mehrheit der weggefallenen Bäder sind Freibäder. Schul- und Vereinsschwimmen findet schwerpunktmässig in Hallenbädern statt.
  • Der Wegfall von Bädern ist nicht grundsätzlich gleichbedeutend mit dem Wegfall von Wasserfläche. Ein neu gebautes Bad als Ersatz für ein geschlossenes Bad hat sehr häufig eine größere Wasserfläche als das geschlossene Bad.
  • Durchschnittszahlen sagen nichts über einzelne Kommunen und unterschiedliche Besiedelungsstrukturen aus. Ländliche Gebiete sind von Bäderschließungen, insbesondere bei Freibädern, tendenziell eher betroffen als Ballungsgebiete. Entscheidend sind auch die finanziellen Verhältnisse. Schließlich spielt die Bäderpolitik der Kommunen eine Rolle.
  • In Ballungsgebieten mit professioneller und nachhaltiger Bäderpolitik sowie modernem Bädermanagement ist die Versorgungssituation im Allgemeinen gut. Beispiel Hamburg: Dort nimmt die gedeckte Wasserfläche seit vielen Jahren kontinuierlich zu, die Kapazitäten für den Schwimmunterricht der Schulen sind gegeben, die Schwimmfähigkeit – gerade die der nachwachsenden Generation – entwickelt sich positiv.

Sanierungsbedarf und Schließungspläne?

In der im Mai 2019 veröffentlichten „DGfdB-Studie zur Bäderentwicklung in Deutschland“ werden Bäderbaumaßnahmen und Schließungen in den Jahren 2016 bis 2018 thematisiert; die insgesamt 128 Maßnahmen sind in dieser Übersichtsliste mit Quellenverweisen festgehalten. Dabei wird u. a. auf den sehr facettenreichen Begriff „Badschließung“ eingegangen, der in den seltensten Fällen einer endgültigen Vernichtung eines Badeangebotes gleichkommt, sondern vielmehr erforderlich ist, um ein in Architektur, Technik und Angebot besseres Bad zu ermöglichen. Die Bandbreite reicht dabei von einer teilweisen Optimierung (Barrierefreiheit, Energieeinsparung) über eine Totalsanierung bis zu einem Neubau, oft auf dem Gelände des alten Bades.

Im Sommer 2018 hat die Bergische Universität Wuppertal im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB) eine Umfrage zum „Zustand der Bäderinfrastruktur“ durchgeführt. Einen ersten Eindruck bekommen Sie im News-Beitrag „Bädersterben nicht erkennbar“. Ausführliche Informationen enthält der Artikel „Situation und Perspektiven der Bäderinfrastruktur in Deutschland“ von Oliver Wulf (AB 02/2019, Seite 108 ff.).

Die Ergebnisse ähneln im Großen und Ganzen einer vergleichbaren Umfrage zum Thema „Sanierung und Bäderschließungen“, die bereits im Herbst 2016 durchgeführt wurde (siehe AB 12/2016, Seite 728 ff.) und bei der ein sogenannter Sanierungsstau in Höhe von 4,5 Mrd. € ermittelt wurde.


Wie hoch ist der Zuschussbedarf öffentlicher Schwimmbäder in Deutschland?

Die von den Kommunen direkt oder indirekt betriebenen Bäder mit Daseinsvorsorgeauftrag in Deutschland arbeiten praktisch ausnahmslos nicht kostendeckend. Das liegt daran, dass sie sozialverträgliche Eintrittspreise nehmen und Wasserflächen zu nicht kostendeckenden Werten für Vereine und Schulen zur Verfügung stellen. Es gibt nur einige wenige private Bäder in Deutschland, die freizeit-, spaß- und/oder wellnessorientiert sind, deutlich höhere Eintrittspreise als kommunale Bäder nehmen und nicht subventioniert werden.

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB) führt seit vielen Jahrzehnten eine jährliche Erhebung zu den betriebswirtschaftlichen Eckzahlen öffentlicher Bäder in Deutschland durch, den Überörtlichen Betriebsvergleich Bäderbetriebe (ÜÖBV).

Für den Zeitraum 2003 bis 2012 hat die DGfdB eine Langzeitanalyse erstellt.

Zusammenfassend kann man sagen: Der absolute Zuschussbedarf der Bäder variiert je nach Badtyp und Größe, der Zuschuss pro Besuch ist allerdings relativ ähnlich und bewegt sich ungefähr bei 10 €.


Wie wird in deutschen Schwimmbädern für die Sicherheit der Badegäste gesorgt?

Die Sicherheit in öffentlichen Bädern ist im Wesentlichen in Gesetzen, Verordnungen und Normen geregelt. Die Vorgaben, die sich aus der Rechtsprechung ergeben, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB) ist in Deutschland diejenige Institution, die bäderspezifische Normen herausgibt. Badbetreiber haben großes Interesse daran, dass in ihren Bädern diese Normen eingehalten werden, weil sie dann im Unglücksfall normalerweise keinem Vorwurf des Organisationsverschuldens ausgesetzt sind.


Neben baulichen Vorschriften wie dem Verbot von abrupten Übergängen vom flachen zum tiefen Wasser sind es vor allem Regelungen zur permanenten Aufsichtspflicht durch qualifiziertes Personal, das Risikosituationen von vornherein verhindert sowie im Notfall retten und Erste-Hilfe-Maßnahmen ergreifen kann, die das Risiko eines Unglücksfalles so weit wie möglich minimieren sollen.

Zu weiteren Sicherheitsvorkehrungen gehören z. B. Hinweisschilder wie solche auf dem Beckenumgang, welche die Wassertiefe angeben, oder die Trennseile zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich.

Grundsätzlich dienen alle Sicherheitsmaßnahmen im Schwimmbad auch der Sicherheit der Kinder. Darüber hinaus gibt es hauptsächlich drei Dinge, die das Unfallrisiko bei kleinen Kindern reduzieren: die Aufsicht durch die Eltern bzw. geeignete Begleitpersonen, ein hohes Bewusstsein für die Gefahren des Wassers bei den Kindern und auch bei den Eltern sowie schließlich die Schwimmfähigkeit der Kinder.


Wer ist verantwortlich für die Sicherheit der Kinder im Schwimmbad?

Grundsätzlich dienen alle Sicherheitsvorkehrungen – z. B. der Einsatz von qualifiziertem Aufsichtspersonal – auch der Sicherheit der Kinder im Schwimmbad. Bei Kleinkindern gibt es die Besonderheit, dass die Begleitung einer geeigneten Begleitperson gefordert wird. In der Richtlinie DGfdB R 94.17 „Erstellung einer Haus- und Badeordnung für öffentliche Bäder“ ist eine Begleitung für Kinder bis zum vollendeten 7. Lebensjahr vorgesehen. Die Altersgrenze wird in der Praxis von den Betrieben jedoch teilweise individuell gehandhabt. Diese Begleitperson ist verantwortlich für die Aufsicht über die Kinder. D. h., sie hat dafür Sorge zu tragen, dass sich die Kinder nicht selbst in Gefahr bringen.


Wie wird die Sicherheit von Hallenbad-Dächern gewährleistet?

Im Zusammenhang mit dem Einsturz des Daches der Eissporthalle in Bad Reichenhall am 2. Januar 2006, die unmittelbar an das unbeschädigt gebliebene Hallenbad angrenzt, werden noch immer Fragen zur Sicherheit der Dächer von Hallenbädern an Badbetreiber gestellt. Hierzu einige Hinweise:

Die Sicherheit der Tragwerkkonstruktionen von Hallenbädern ist durch die statische Berechnung, deren Prüfung und örtliche Abnahme durch amtlich zugelassene Prüfstatiker gewährleistet. Die Lastannahmen sind durch die DIN 1055 bestimmt; diese berücksichtigt u. a. die standortspezifisch vorhandenen Anforderungen, wie z. B. aus Schneelast und tektonischen Einflüssen. Die zum Einsatz kommenden Baumaterialien müssen Bauartzulassung besitzen; Ausnahmen davon erfordern eine Einzelabnahme und lösen wiederkehrende Prüfungen aus, die mit der Baugenehmigung eine verpflichtende Auflage darstellen.

Beim Einsatz gebräuchlicher Tragwerksysteme in Hallenbädern aus Stahlbeton-, Stahl- oder Holzleim-Konstruktionen sind wiederkehrende Prüfungen nach unserem Kenntnisstand nicht vorgeschrieben. Allerdings bestehen in Einzelfällen Anforderungen an die Prüfung tragender Bauteile in chloridhaltiger Atmosphäre von Hallenbädern, worunter z. B. die Abhangkonstruktionen von Leichtdecken fallen können.  

Der Eigentümer/Betreiber des Bades ist dessen ungeachtet dafür verantwortlich, dass die Standsicherheit nicht durch im Laufe der Zeit auftretende Bauschäden beeinträchtigt wird.

Die gesetzlichen Grundlagen sind in den Landesbauordnungen niedergelegt.


Muss eine Sprunganlage in eine bestimmte Richtung ausgerichtet sein?

Im April 2013 kam es vermehrt zu Pressemeldungen, in denen es hieß, Sprunganlagen, die nicht genau nach Norden ausgerichtet sind, seien nach einer EU-Richtlinie nicht mehr erlaubt. Diese Aussage trifft nicht zu.

Es gibt keine Europäische Bestimmung oder Verordnung zu Sprunganlagen, sondern eine europäische Norm, die nach den Statuten des CEN in eine deutsche Norm überführt wurde, die DIN EN 13451, Teil 10 „Zusätzliche besondere sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren für Sprungplattformen, Sprungbretter und zugehörige Geräte“. Die ist auch nicht neu, sondern von 2004. Eine Norm ist eine anerkannte Regel der Technik, daher nicht zwingend verbindlich.

Sie wird bei Sicherheitsfragen aber in Streitfällen bei Gericht herangezogen. In Normen wird immer zwischen normativen Vorgaben („muss“) und Empfehlungen („sollte“, Anmerkung) unterschieden. In der DIN EN 13451-10 steht: „In Europa sollten Sprunganlagen im Freien nach Norden gerichtet sein.“ Das ist eine Empfehlung, eine Veränderung oder Sperrung von Sprunganlagen, die z. B. nach Osten ausgerichtet sind, ist also für den „normalen Badebetrieb“ nicht erforderlich. Die Empfehlung ist mit großer Wahrscheinlichkeit aus Richtung des Schwimmsports in diese Norm gekommen, denn für Wettkämpfe ist die Blendungsfreiheit sicherlich wichtig.

Müssen die Anforderungen der DGfdB-Richtlinien eingehalten werden?

Die Richtlinien und Arbeitsunterlagen der DGfdB, wie auch die DIN-Normen und andere anerkannte Regeln der Technik, sind nicht verbindlich im Sinne eines Gesetzes oder einer Verordnung. Die Einhaltung der Anforderungen dieser Regelwerke lässt in rechtlicher Hinsicht aber den Schluss zu, dass die Anlage, die eingesetzten Geräte und/oder der Betrieb sicher sind. Gleichwohl sind Richtlinien und DIN-Normen Empfehlungen, von denen man in einzelnen Fällen auch abweichen kann. Dann tritt jedoch eine Beweislastumkehr ein: Im Falle eines Unfalls muss der Planer oder der Betreiber nachweisen, dass die alternativ gewählte Lösung ebenso sicher ist wie die im Regelwerk geforderte. DGfdB-Richtlinien werden dann verbindlich, wenn auf sie in Gesetzen und Verordnungen verwiesen wird oder wenn sie Bestandteil privatrechtlicher Verträge sind.

Die Richtlinien der DGfdB enthalten normative und informative Anteile, die Arbeitsunterlagen sind informative Veröffentlichungen. Die normativen Aussagen haben einen höheren Verbindlichkeitsgrad, während die Arbeitsunterlagen bzw. informativen Anteile einer Richtlinie lediglich empfehlenden Charakter haben. Dies gilt sinngemäß auch für andere Regelwerke.


Welche rechtlichen Vorgaben gibt es für die Verkehrssicherungspflichten und Aufsicht in öffentlichen Bädern?

Für die Aufsicht in öffentlichen Bädern gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, es greift vor allem der § 823 BGB, der die Anforderungen des Schadensersatzes regelt. Bundesweit gilt, und wird regelmäßig von Gerichten herangezogen, ausschließlich die Richtlinie DGfdB R 94.05 „Verkehrssicherungs- und Aufsichtspflicht in öffentlichen Bädern während des Badebetriebes“, in der alle Anforderungen an die Organisation und die Durchführung der Aufsicht sowie an das Personal und seine Qualifikation niedergelegt sind. Eine gesetzliche Regelung zur Aufsicht in Bädern gibt es nur in Thüringen, die „Ordnungsbehördliche Verordnung zur Sicherheit in öffentlichen Bädern“ aus dem Jahr 2016.


Welche Formen der Aufsicht müssen in Bädern gewährleistet werden?

In der Richtlinie DGfdB R 94.05 werden drei Aufsichtsarten unterschieden:

Betriebsaufsicht
Die Betriebsaufsicht erstreckt sich auf die baulichen und technischen Anlagen. Sie umfasst die notwendigen betrieblichen Maßnahmen und sorgt für einen sicheren Badebetrieb. Die Mindestanforderung an die Betriebsaufsicht ist, dass das Bad täglich vor der Inbetriebnahme auf seine Sicherheit und Funktionstüchtigkeit überprüft wird. Die Betriebsaufsicht setzt die persönliche Anwesenheit des entsprechenden Personals nicht voraus, sie kann z. B. auch für mehrere Bilder gleichzeitig ausgeführt werden. Dies hängt von den Gegebenheiten des einzelnen Bades ab, die Einrichtung einer Rufbereitschaft wird in diesem Fall empfohlen.

Beaufsichtigung des Badebetriebes
Die Beaufsichtigung des Badebetriebes beinhaltet die Überwachung der Bereiche, die den Badegästen zugänglich sind (z. B. Umkleide- und Sanitärbereiche, der Eingangsbereich und Verkehrswege) sowie die Einhaltung der Haus- und Badeordnung. Der wesentliche Teil der Beaufsichtigung des Badebetriebes ist die Wasseraufsicht.

Wasseraufsicht (Beckenaufsicht)
Die Wasseraufsicht umfasst die Aufsicht über die Wasserfläche, den Beckenumgang und die mit der Wasserfläche verbundenen Geräten oder Anlagen (z. B. Sprunganlagen, Wasserrutschen oder Spielgeräte). Sie beinhaltet insbesondere die Vermeidung von Gefahrensituationen, die Rettung vor dem Ertrinken und weitere Hilfeleistungen.


Wie viel Aufsichtspersonal ist für die Wasseraufsicht erforderlich?

Für die Bemessung der Zahl der Aufsichtskräfte gibt es keine normativen Vorgaben im Sinne einer Kennzahl „Aufsichtskräfte je Becken oder Quadratmeter Wasserfläche“. Die Richtlinie DGfdB R 94.05 fordert lediglich, dass die Beaufsichtigung des Badebetriebs personell ausreichend ausgestattet und den Gegebenheiten des Bades angepasst sein muss. Diese Festlegung ist immer von den örtlichen Bedingungen abhängig. Dazu gehören vor allem die Zahl der Badegäste, die Art und Größe des Bades, die Anzahl, Größe und Lage der Becken, weitere Angebote (z. B. Wasserattraktionen) sowie die Überschaubarkeit des Bades und der Becken (Aufsichtsbereiche). Als Orientierung kann ein Urteil des Bundesgerichtshofes von 1979 über die Aufsicht über den Badebetrieb herangezogen werden, das für den normalen Badebetrieb und ein 25 m Becken eine Aufsichtskraft als ausreichend erachtete.


Ist ein Badebetrieb „auf eigene Gefahr“ (Haftungsausschluss) möglich?

Ein Haftungsausschluss ist im Betrieb eines öffentlichen Bades nicht möglich. Dies gilt auch für Vereinslösungen, z. B. mit einem Frühschwimmen für Mitglieder.


Sind Vereinsbäder zu beaufsichtigen?

Die Richtlinie DGfdB R 94.05 „Verkehrssicherungs- und Aufsichtspflicht in öffentlichen Bädern während des Badebetriebes“ (Fassung April 2015) regelt die Aufsicht in öffentlichen Bädern, unabhängig von der Rechtsform des Betreibers. Auch ein Schwimmbad, das von einem Verein der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird, ist ein Schwimmbad Typ 1 im Sinne der Richtlinie DGfdB R 94.05 und ist somit ständig zu beaufsichtigen.

Ein Vereinsbad kann aber auch ein Schwimmbad Typ 2 sein. Zu dieser Frage wird auf die Ziffer 8.1 Aufsicht in Schwimmbädern des Typs 2 der Richtlinie 94.05 verwiesen:

In einzelnen Bädertypen (Saunabäder, Bewegungs- und Übungsbäder, Hotelbäder, Schwimmbäder auf Campingplätzen, Clubschwimmbäder) befinden sich häufig kleine Schwimm- und Badebecken mit geringer Wassertiefe. Sie haben durch ihr Angebotsprofil und die besondere Nutzungscharakteristik ein geringeres Gefährdungspotenzial. Bei diesen Becken ist daher eine dauerhafte Beaufsichtigung des Badebetriebes nicht notwendig. Sie wird vom Nutzerkreis nicht erwartet und kann dem Betreiber auch nicht zugemutet werden. Die Mitarbeiter der Anlage müssen jedoch die Becken in ihre regelmäßigen Kontrollgänge einbeziehen. Diese Mitarbeiter sollen mindestens das Schwimmabzeichen Bronze besitzen, in der Lage sein, einen Gegenstand von der tiefsten Stelle des zu beaufsichtigenden Beckens heraufzuholen und die Anforderungen der Ziffer 6.1 erfüllen.

In Ziffer 6.1 wird gefordert:

Alle Mitarbeiter für die Beaufsichtigung des Badebetriebs müssen mindestens 18 Jahre alt sein sowie

  • eine für die Erfüllung der Aufgabe körperliche und geistige Eignung,
  • die Ausbildung in Erster Hilfe und in der Herz-Lungen-Wiederbelebung (nach den „Gemeinsamen Grundsätzen für die Aus- und Fortbildung in Erster Hilfe“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH)) und
  • eine Vertrautheit mit dem Bad, seiner Ausstattung (insbesondere EH-Ausstattung) und seinen betrieblichen Abläufen besitzen.

Grundsätzlich wird in diesen Bädern also keine ständige Aufsicht gefordert. Verschiedene Faktoren können allerdings zur Notwendigkeit einer permanenten Beaufsichtigung des Badebetriebs führen:

  • Wasserfläche vergleichbar mit einem Schwimmbad Typ 1
  • keine geringe Wassertiefe
  • hohe Nutzerzahlen bei großen Vereinen
  • besonders gefahrenträchtige Einrichtungen
  • Nutzung durch Kinder
  • Besuch von Gästen

Sind Bäder in Krankenhäusern (und ähnlichen Einrichtungen) während des „freien“ Patientenschwimmens zu beaufsichtigen?

Zu dieser Frage kann auf die Ziffer 8.1 Aufsicht in Schwimmbädern des Typs 2 der Richtlinie DGfdB R 94.05 „Verkehrssicherungs- und Aufsichtspflicht in öffentlichen Bädern während des Badebetriebes“ (Fassung April 2015) verwiesen werden:

In einzelnen Bädertypen (Saunabäder, Bewegungs- und Übungsbäder, Hotelbäder, Schwimmbäder auf Campingplätzen, Clubschwimmbäder) befinden sich häufig kleine Schwimm- und Badebecken mit geringer Wassertiefe. Sie haben durch ihr Angebotsprofil und die besondere Nutzungscharakteristik ein geringeres Gefährdungspotenzial. Bei diesen Becken ist daher eine dauerhafte Beaufsichtigung des Badebetriebes nicht notwendig. Sie wird vom Nutzerkreis nicht erwartet und kann dem Betreiber auch nicht zugemutet werden. Die Mitarbeiter der Anlage müssen jedoch die Becken in ihre regelmäßigen Kontrollgänge einbeziehen. Diese Mitarbeiter sollen mindestens das Schwimmabzeichen Bronze besitzen, in der Lage sein, einen Gegenstand von der tiefsten Stelle des zu beaufsichtigenden Beckens heraufzuholen und die Anforderungen der Ziffer 6.1 erfüllen.

In Ziffer 6.1 wird gefordert:

Alle Mitarbeiter für die Beaufsichtigung des Badebetriebes müssen mindestens 18 Jahre alt sein sowie

  • eine für die Erfüllung der Aufgabe körperliche und geistige Eignung,
  • die Ausbildung in Erster Hilfe und in der Herz-Lungen-Wiederbelebung (nach den „Gemeinsamen Grundsätzen für die Aus- und Fortbildung in Erster Hilfe“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH)) und
  • eine Vertrautheit mit dem Bad, seiner Ausstattung (insbesondere EH-Ausstattung) und seinen betrieblichen Abläufen besitzen.

Grundsätzlich wird in diesen Bädern also keine ständige Aufsicht gefordert. In Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen oder Seniorenresidenzen halten sich allerdings Personen auf, die in ihrer Gesundheit und somit in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Dieser Personenkreis bedarf einer besonderen Beaufsichtigung. Wir halten daher eine permanente Aufsicht beim „freien“ Patientenschwimmen für dringend geboten. Für die Aufsichtskräfte reicht als Qualifikation die kombinierte Rettungsübung nach der Richtlinie DGfdB R 94.05 aus.


Darf in Schwimmbädern und Saunaanlagen fotografiert und gefilmt werden?

In Schwimmbädern ist das Fotografieren und Filmen zunächst einmal nicht grundsätzlich verboten. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB) empfiehlt Badbetreibern jedoch folgende Formulierung für ihre Haus- und Badeordnung:

  • § 5,6: Das Fotografieren und Filmen fremder Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung ist nicht gestattet. Für gewerbliche Zwecke und für die Presse bedarf das Fotografieren und Filmen der vorherigen Genehmigung der Geschäfts-/Betriebsleitung. (Aus: „Muster einer Haus- und Badeordnung“ der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V.)


Der Hintergrund ist, dass Film- und Fotoaufnahmen fremder Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung gesetzlich sowieso nicht erlaubt sind, da Menschen das Recht am eigenen Bild haben – mit den Einschränkungen, die im Kunsturhebergesetz (KUG) aufgelistet sind. Insofern wird nur eine gesetzliche Regelung wiederholt. In der Praxis hat es sich als hilfreich herausgestellt, auf diesen Text in der vor Ort aushängenden Haus- und Badeordnung verweisen zu können, um unnötige Diskussionen zwischen Schwimmbadpersonal und Badegästen vermeiden zu können.

Mehr als das, was das KUG vorschreibt, empfiehlt die DGfdB für den Schwimmbadbetrieb nicht. Gibt es keine Beschwerden wegen Fotografierens, besteht auch keine Notwendigkeit, es generell zu untersagen oder sogar die Mitnahme von Smartphones zu verbieten bzw. das Abkleben der Linse vorzuschreiben. Mit einem Verbot, das in manchen Schwimmbädern ausgesprochen wird, würde man schließlich auch z. B. einer Familie die Möglichkeit nehmen, das Kind beim Schwimmunterricht zu fotografieren.  

Für die Sauna sind die DGfdB-Empfehlungen etwas weitergehend:

  • § 9,12: In der Saunaanlage ist Telefonieren, Fotografieren und Filmen verboten. Elektronische Medien, mit denen man fotografieren und/oder filmen kann (z. B. Smartphone, Tablet, E-Book-Reader u. ä.), dürfen nur in ausgewiesenen Bereichen mitgenommen und benutzt werden. (Aus: „Muster einer Haus- und Badeordnung“ der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V.)


Spezielle Regelungen für einen eventuellen FKK-Betrieb im Schwimmbad gibt es nicht.


Ist der Burkini in öffentlichen Bädern erlaubt?

Gemäß der Richtlinie DGfdB R 94.17 „Erstellung einer Haus- und Badeordnung für öffentliche Bäder“ wird für das Baden und Schwimmen „übliche Badekleidung ohne Taschen“ empfohlen. Das Interesse von Frauen mit muslimischem Hintergrund am Baden und Schwimmen hat zur Entwicklung des Burkini geführt, der mittlerweile in den deutschen Schwimmbädern und auch aus der Sicht der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. zum Kanon der „üblichen Badebekleidung“ gehört. Jede weitere Ausprägung von Badebekleidung, z. B. von anderen kulturellen Gruppen vorgestellte, kann soweit akzeptiert werden, als sie den Merkmalen der heute verfügbaren Burkinis entspricht. Für Burkinis und vergleichbare Badebekleidung müssen nicht saugende Materialien verwendet werden. Bei der heute verfügbaren Badebekleidung wird überwiegend Kunstfaser (85 % Polyamid/15 % Elasthan) verwendet.


Kann man ortsansässigen Einwohnern einen rabattierten Badeintritt gewähren?

Ein aus Österreich stammender Badegast hatte als Besucher eines Freizeitbads den regulären Eintrittspreis zu entrichten, während die Einwohner der umliegenden Betreibergemeinden einen verringerten Eintrittspreis bezahlten. Dagegen klagte er beim Amtsgericht, verlor hier und auch die Berufung beim Oberlandesgericht war nicht erfolgreich. Er erhob daraufhin Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht, das feststellte (Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 19. Juli 2016 - 2 BvR 470/08 - Rn. (1-61)), dass die Urteile des Amtsgerichtes und des Oberlandesgerichtes den Beschwerdeführer in seinem Grundrecht aus Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes verletzen. Danach ist von einer Rabattierung von ortsansässigen Badegästen, Vereinen, oder andere Nutzer abzuraten.


Wie lange sind Eintrittskarten und Gutscheine gültig?

Eintrittskarten bzw. Geschenkgutscheine verjähren nach §§ 195, 199 BGB innerhalb von drei Jahren, beginnend am Ende des laufenden Jahres. Das bedeutet, dass Karten oder Gutscheine, die im Jahr 2019 verkauft werden, grundsätzlich erst am 31.12.2022 ungültig werden.

Das gilt allerdings nicht für Gutscheine, die ohne Entgelt als Werbung verteilt werden. Bei ihnen ist eine zeitliche Beschränkung möglich.


Welchen Wert haben öffentliche Bäder für die Gesellschaft?

Baden und Schwimmen sind menschliche Grundbedürfnisse. Der Erlebnisraum Wasser – und dabei insbesondere die öffentlichen Bäder – haben deshalb eine hohe gesellschaftliche Bedeutung, vor allem für die Gesundheit. Schwimmen zu können, ist grundlegende Kulturtechnik und kann überlebenswichtig sein. Das Bad reinigt nicht nur körperlich, sondern nach Meinung vieler Menschen auch geistig und seelisch, was z. B. im weitverbreiteten religiösen Ritual der Taufe Ausdruck findet. Aus profaner Perspektive entspannt das Bad ganz einfach und erzeugt allgemeines Wohlbefinden. Für den Schwimmer bedeutet die Bewegung im Medium Wasser die Meisterung eines der vier Grundelemente im archaischen Sinne bis hin zur sportlichen Höchstleistung.

Deswegen hat der Erlebnisraum Wasser für den Menschen seit jeher einen fundamentalen Stellenwert. Öffentliche Bäder sind dabei als Bildungs-, Sport- und Kulturstätten von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung, und bieten so einen sicheren und geschützten Sozialraum für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Badekultur.

In Deutschland haben diese Bäder eine lange Tradition, beginnend in der römischen Antike über ein teilweise badefreudiges Mittelalter und die Hochzeit der mondänen Seebäder Ende des 19. Jahrhunderts. Aber auch in anderen Teilen der Welt gibt es eine mit der allgemeinen zivilisatorischen Entwicklung untrennbar verbundene Entwicklung unterschiedlichster Formen von Bade- und Bäderkultur.


Welche staatlichen Förderprogramme gibt es?

1.) Bundesweite Programme:

  • Kommunalinvestitionsfördergesetz (KInFG) Kapitel 1 („Infrastrukturprogramm“): Mit 3,5 Mrd. € fördert der Bund noch bis 2020 kommunale Investitionen in Teilbereiche der Infrastruktur, darunter auch die Bildungsinfrastruktur. Die energetische Sanierung von Schulsportbädern kann daher ebenso gefördert werden wie die Modernisierung und Instandsetzung von Schwimmbädern im Rahmen von städtebaulichen Maßnahmen. Weitere Informationen gibt es beim Bundesfinanzministerium.

  • Kommunalinvestitionsfördergesetz (KInFG) Kapitel 2 („Schulsanierungsprogramm“): Ebenfalls mit 3,5 Mrd. € unterstützt der Bund die Sanierung von Schulen inklusive ihrer Sportstätten, also auch der Schulschwimmbecken. Der Förderzeitraum endet 2022.
    Weitere Informationen auch hier beim Bundesfinanzministerium.
  • Investitionspakt Soziale Integration im Quartier: Beim Investitionspakt des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung sind 2019 erstmals auch Schwimmbäder förderfähige Einrichtungen. Im Fördertopf sind jährlich 200 Mio. €. Die Fristen variieren je Bundesland. www.investitionspakt-integration.de 

  • „Kommunalrichtlinie“: Am 1. Januar 2019 trat die „Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) in Kraft. Finanzschwache Kommunen, Bildungsträger und Sportvereine werden besonders unterstützt. Im Bäderbereich ist z. B. der Austausch von Pumpen gegen effizientere Modelle denkbar. Anträge können vom 1. Januar bis zum 31. März und vom 1. Juli bis zum 30. September 2019 beim Projektträger Jülich eingereicht werden. Die Richtlinie gilt bis Ende 2022. Details finden Sie auf der Klimaschutzseite des BMU.

2.) Für Baden-Württemberg:

  • Tourismusinfrastrukturprogramm 2019: Das Ministerium der Justiz und für Europa Baden-Württemberg möchte Investitionsanreize für Kommunen schaffen und stellt dafür 7 Mio. € zur Verfügung. Genauere Informationen gibt es beim Justizministerium
  • NBBW – Nachhaltiges Bauen in Baden-Württemberg: Mit dem Projekt „Nachhaltigkeitskriterien im staatlich geförderten kommunalen Hochbau“ möchte das Land Baden-Württemberg das Bewusstsein für nachhaltiges Bauen schärfen und zukunftsverträgliche Bauweisen vorantreiben. Für die praktische Umsetzung wurden zehn Hauptkriterien entwickelt. Das Programmsystem NBBW unterstützt die am Bau Beteiligten (wie z. B. Architekten und Ingenieure) bei der Anwendung dieser. Das System stellt unter einer integralen Oberfläche eine Projektverwaltung, die notwendigen Berechnungs- und Dokumentationshilfsmittel sowie technische Hintergrundinformationen zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

3.) Für Hessen:

  • SWIM: Zum 1. Januar 2018 ist ein Förderprogramm zur Sanierung, Modernisierung und (Ersatz-) Neubauten von Hallen- und Freibädern in Hessen, das Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm (SWIM), in Kraft getreten. Ziel des Landesprogrammes ist es, in moderne und zukunftsfähige Schwimmbäder in Hessen zu investieren, um das Erlernen der Schwimmfähigkeit sicherzustellen und den Schwimmsport weiterzuentwickeln. Details finden Sie in der SWIM-Förderrichtlinie und auf der Website des Hessischen Ministerium des Innern und für Sport

4.) Für Niedersachsen:

  • Touristische Infrastruktur: Die NBank fördert vorzugsweise kommunale Gebietskörperschaften und ihre Vorhaben im Bereich touristische Entwicklung mit einem Zuschuss von bis zu 50 % (unter bestimmten Voraussetzungen auch mit bis zu 75 %). Genaue Infos gibt es auf der Website der NBank.

  • Sportstättenförderung: Das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport fördert bis 2022 die Sanierung kommunaler und vereinseigener Sportstätten mit 100 Mio. €. Den Kommunen stehen davon bis zu 80 Mio.  zur Verfügung. Schwerpunkte seien laut Minister Boris Pistorius neben multifunktional nutzbaren Sporthallen auch Hallenschwimmbäder. Anträge können ab sofort über das Internetportal des Ministeriums für Inneres und Sport gestellt werden.

5.) Für Nordrhein-Westfalen:

  • Moderne Sportstätte 2022: Das Kabinett des Landes Nordrhein-Westfalen hat Ende Oktober 2018 das Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ in Höhe von 300 Mio. € beschlossen. Damit soll der Modernisierungs- und Sanierungsstau an den Sportstätten, die sich in der Trägerschaft der Sportvereine und -verbände befinden, deutlich reduziert werden. Kommunen haben somit keinen unmittelbaren Förderzugang. Genaueres zum neuen NRW-Sportstättenförderprogramm wird demnächst bekannt gegeben.

  • Gute Schule 2020: Die NRW.BANK vergibt bis 2020 Darlehen zur Finanzierung von Sanierung, Modernisierung und Ausbau der kommunalen Schulinfrastruktur inklusive der Sportstätten, also auch Schulschwimmbecken. Mehr dazu auf der Website der NRW.Bank.

6.) Für Rheinland-Pfalz:

  • VV Sportanlagenförderung: Das Ministerium des Innern und für Sport setzt sich im Rahmen der Sportförderung der Landesregierung für Sanierungen, Neubauten, Umbauten und Erweiterungsbauten ein. Gefördert werden „nachhaltige Sportanlagen, die sich an eine veränderte Sportnachfrage unter Berücksichtigung des demografischen Wandels richtet“. Weitere Informationen erteilt das Innenministerium.

7.) Für Schleswig-Holstein:

  • Sportstättenförderrichtlinie: Da die Sportstättenstatistik des Landes einen hohen Sanierungsstau ausweist, sollen aus den in den Jahren 2018 bis 2020 für kommunale Sportstätteninfrastruktur zur Verfügung stehenden Mitteln kommunale Projekte unter den Aspekten des Klimaschutzes und des effizienten Einsatzes von Ressourcen gefördert werden. Die Förderquote beträgt maximal 50 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben, für Schwimmbäder höchstens 250 000 €. Der Eigenanteil beträgt mindestens 20 %. Umfangreiche Informationen stehen im Landesportal Schleswig-Holstein bereit.

8.) Für Bayern:

  • Förderung von Klimaschutzmaßnahmen/Minderungsprogramm CO²: Der Freistaat Bayern unterstützt seine Kommunen und andere KlimR (Körperschaften des öffentlichen Rechts) bei der Durchführung von planerischen Maßnahmen, die eine Reduzierung ihrer Treibhausgas-Emissionen zum Ziel haben. In begründeten Ausnahmefällen ist auch deren Umsetzung sowie die Teilnahme an Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren möglich. Der Fördersatz liegt bei 40 bis 50 %, die Obergrenze der Zuwendung bei 30 000 Euro. Informationen hält das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz bereit.

  • Förderung von öffentlichen touristischen Infrastruktureinrichtungen (RÖFE): Zur Unterstützung von Tourismus-Einrichtungen, zu denen auch Schwimmbäder gehören können, werden Investitionszuschüsse mit einem Subventionswert von bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt. Die entsprechende Richtlinie und den Förderantrag finden Sie auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie.
  • Sonderprogramm Schwimmbadförderung SPSF: Ziel des Programms ist der Erhalt der kommunalen Bäder als Voraussetzung für den Erwerb der Schwimmfähigkeit der Kinder und Jugendlichen. Förderfähig sind demnach nur Becken, die sich zum Schwimmen eignen, des Weiteren Umkleiden und Technikbereiche. Das finanzielle Volumen des SPSF beläuft sich auf insgesamt 120 Mio. €, zu jeweils 20 Mio. € ab dem laufenden Jahr 2019. Die Maßnahmen werden in der Reihenfolge gefördert, in der die vollständigen Antragsunterlagen bei den Bewilligungsstellen eingehen. Der Fördersatz ist unterschiedlich, im Regelfall beträgt er 25 %. Mehr dazu erfahren Sie auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr.

Was ist die Bäderallianz Deutschland?

Die im Januar 2017 gegründete Bäderallianz Deutschland ist ein Zusammenschluss folgender Verbände:

  • Bundesverband Deutscher Schwimmmeister e. V., Wesseling
  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V., Bad Nenndorf
  • Deutscher Sauna-Bund e. V., Bielefeld
  • Deutscher Schwimm-Verband e. V., Kassel
  • Deutscher Sportlehrerverband e. V., Krefeld
  • Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft e. V., Hamburg
  • Internationale Akademie für Bäder-, Sport- und Freizeitbauten e. V. in Deutschland, Hamm
  • IAKS Deutschland e. V., Köln
  • VDB-Physiotherapieverband e. V., Bonn
  • Verband Deutscher Sporttaucher e. V., Offenbach
  • Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e. V., Essen

Unterstützt wird sie vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) und vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Die Bäderallianz Deutschland setzt sich dafür ein, dass die Anstrengungen zur Bestandssicherung und Weiterentwicklung der deutschen Bäderlandschaft gemeinsam mit Partnern deutlich intensiviert werden. Forderungen und Vorschläge der Bäderallianz Deutschland sind als Memorandum niedergelegt. Das Memorandum wurde bei einer Pressekonferenz in Köln am 19. Januar 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Eckpunkte des Memorandums:

  • Erstellung und Verabschiedung eines bundesweiten Masterplans zur Sicherung einer angemessenen und nachhaltigen Bäderversorgung durch systematische Bedarfsplanung und Bedarfsdeckung in Deutschland
  • Stärkung der intra- und interkommunalen Planung
  • den gesellschaftlichen Wert der öffentlichen Bäder erkennen und wertschätzen
  • die öffentlichen Bäder als Bildungsstätte verankern
  • die Vielfalt der Bäder und der Nutzungsmöglichkeiten herausstellen
  • ein bundesweites Bädermonitoring etablieren
  • die Finanzierung der öffentlichen Bäder nachhaltig sichern

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